Was tun bei Haarausfall?

Von admin

Haarausfall ist weiter verbreitet als man glaubt. Die Ursachen von Haarausfall sind dabei recht vielfältig, wie die Formen der Erkrankung selbst. Noch bis vor wenigen Jahren gab es keine wirksamen Mittel gegen Haarausfall. Heutzutage hat man die Auswahl zwischen diversen Substanzen, die mehr oder weniger helfen.
Viele Betroffene zieht es daher zum Thema Haartransplantation – doch was kann man eigentlich bis dahin gegen Haarausfall unternehmen?

Jedes der 90.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf eines Menschen hat seinen eigenen, zur benachbarten Haarwurzel zeitlich versetzten Haarwuchszyklus, der sich bis zu zwölf mal im Leben wiederholen kann: Die drei- bis siebenjährige Anagenphase, in der das Haar wächst, die Katagenphase von nur wenigen Wochen, in der das Haar nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und die Telogenphase. In dieser letzten Phase, in der sich ständig etwa 15% der Haare befinden, trennen sich Haar und Haarwurzel; das Haar verliert seine Verankerung. Somit gibt es keinen Menschen, der keine Haare verliert, doch erst wenn sich täglich mehr als 100 Haare von der Kopfhaut lösen, spricht man von Haarausfall (Alopecia).
Hieran leiden immerhin 80-90 % der Männer und 60-70 % der Frauen.

Ursachen

Haarausfall kann viele Formen und Ursachen haben. Man unterscheidet den genetisch bedingten Haarausfall (Alopecia androgenetica), der sich beim Mann in Geheimratsecken und im kahl werdenden Hinterkopf, bei Frauen in einer Haarlichtung am Scheitel zeigt, den diffusem Haarausfall, bei dem sich das Haar insgesamt lichtet, ohne dass sich eine komplett kahle Stelle bildet, und den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), dessen Kennzeichen scharf abgegrenzte, oft kreisrunde Stellen sind. Die Ursachen von Haarausfall sind vielfältig, doch die mit 90-95% aller Fälle häufigste Ursache ist der androgene Haarausfall, von dem man spricht, wenn eine genetische Veranlagung in Form einer überhöhten Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber DHT vorliegt. Das Steroidhormon DHT, entstanden aus der Umwandlung des Hormons Testosteron, verkürzt dabei die Wachstumsphase des Haares, was zu einer Schrumpfung der Haarwurzel bis zum Absterben führt. Bei Frauen tritt diese Form des Haarausfalls in der Regel erst mit den Wechseljahren auf.



Mang Medical One - Prof. Dr. Werner Mang

Diffuser Haarausfall

Für diffusen Haarausfall kann es viele Gründe geben. Er unterscheidet sich dadurch vom genetisch bedingten Haarausfall, dass die Haarpapille – ein von Bindegewebe umgebenes Gefässknäuel, das die Haarzwiebel umfasst – intakt ist, jedoch nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Ursache dafür können Ernährungsfehler, Diäten oder Ess-Störungen (Bulimie) ebenso sein wie eine Übersäuerung des Körpers, Stress, Ärger, Umweltgifte oder Vergiftungen durch Zahnfüllungen (Quecksilber, Palladium). Auch Stoffwechselstörungen, Infektionen, Darmerkrankungen, Hormonschwankungen insbesondere nach einer Schwangerschaft sowie Medikamente können Haarausfall verursachen.

Kreisrunder Haarausfall

Der Grund für kreisrunden Haarausfall wird von Fachleuten mehrheitlich darin gesehen, dass körpereigene Immunzellen die Haarwurzeln angreifen, was zunächst zu kleinen kahlen Stellen führt, die sich jedoch zu völliger Kahlheit ausweiten können. Die durch diese Erkrankung hervorgerufenen Haarschäden sind in der Regel reversibel. Eine Behandlung ist möglich im Rahmen einer Immuntherapie, wird aber nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Haarausfall stoppen?

Da Haarausfall für viele Betroffene, insbesondere Frauen, auch ein psychisches Problem darstellt, verwundert es nicht, dass zahllose Mittel als Tabletten oder Tinkturen angeboten werden, die Heilung versprechen. Tatsächlich ist aber eine Heilung von androgenem Haarausfall kaum möglich: Zwar sind mit Minoxidil und Finasterid zwei Substanzen auf dem Markt, die den genetisch bedingten Haarausfall stoppen können, sofern die Haarfollikeln noch nicht abgestorben sind, doch tritt bei beiden Wirkstoffen eine positive Wirkung erst nach einigen Monaten auf und lässt nach, sobald die Behandlung beendet wird. Finasterid darf nur von Männern eingenommen werden und ist verschreibungspflichtig, Minoxidil ist rezeptfrei erhältlich und darf in kleinerer Konzentration auch von Frauen eingenommen werden. Die Kosten für beide Mittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Ausweg Transplantation

Nur wenn keine Behandlung mit Medikamenten möglich ist, kommt eine Eigenhaarverpflanzung /Transplantation in Betracht. Dabei wird ein Hautstreifen mit 100 bis 1000 Haarfollikeln entfernt und die Haut an der Entnahmestelle vernäht. Aus dem Hautstreifen werden Micrografts (Gewebestücke mit zwei bis drei Haarwurzeln) oder Minigrafts (Gewebestücke mit vier und mehr Haarwurzeln) ausgestanzt und neu in kahle Stellen eingepflanzt. Wenn die Entnahme eines Hautstreifens nicht möglich ist, können auch die Micro- oder Minigrafts direkt aus dem Haar ausgestanzt und an anderer Stelle neu eingepflanzt werden. Bei beiden Methoden gilt, dass die Haarmenge nicht vermehrt wird, sondern die Haare lediglich gleichmäßiger auf dem Kopf verteilt werden; das Haar wirkt optisch voller. Grundsätzlich ist eine Haartransplantation nur mit Eigenhaar möglich; fremdes würde sofort abgestoßen werden. Auch ist diese Methode nur bei Nichtrauchern möglich; Rauchen ließe die Haarfollikel absterben.

Was ist mit Kunsthaaren?

Bei einer Kunsthaartransplantation werden Haare aus synthetischen Fasern mit speziellen Nadeln durch die Kopfhaut gezogen. Da schon im ersten Jahr zehn und mehr Prozent der künstlichen Haare abbrechen und diese Methode das Risiko einer bakteriellen Infektion und Fremdkörperabstoßungsreaktion birgt, raten Ärzte in der Regel von einer solchen Behandlung ab.

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