Bei dem Wort „Schuppen“ denken die meisten sofort an Kopfhautschnee. Tatsächlich aber sind Hornzellen – Korneozyten, wie die Plättchen der äußersten Hautschicht in der Fachsprache heißen – ein unabdingbarer Teil der Barrierebildung des Körpers gegen Fremdkörper, Keime und Austrocknung. Der als Abschilferung – oder Desquamation – bekannte Prozess der Schuppenbildung ist ein normalerweise unsichtbarer Beweis für die unglaubliche Regenerationsfähigkeit der Haut. Doch was wenn es zu viele werden?
Ist dieser Prozess jedoch gestört, d.h. werden mehr tote Hornzellen abgestoßen als normal und kleben diese zusammen, wird das Ergebnis auch für das bloße Auge sichtbar: Schuppen.
Es gibt viele Hautkrankheiten und -traumata, die mit Schuppenbildung auf sich aufmerksam machen. Doch die berüchtigtste Körperstelle dafür ist die Kopfhaut.
Ursachen der Schuppenbildung
Die Gründe für schuppige Kopfhaut sind – sofern eine anderweitige Hauterkrankung wie z.B. Psoriasis ausgeschlossen werden kann – zu trockene bzw. zu fettige Kopfhaut.
Trockene Kopfhaut kann angeboren sein, wird aber auf jeden Fall durch exzessives heißes Duschen und Fönen gefördert. Die Kopfhaut regeneriert sich zu schnell und es werden mehr Hautzellen abgestoßen als normal. Die Abschilferung dieser kleinen Schuppen geschieht in typischer Form: es rieselt von der Kopfhaut.
Fettige Kopfhaut ist dagegen eine Folge einer Funktionsstörung der Talgdrüsen. Die Überproduktion von Talg regt das Wachstum des Hefepilzes Pityrosporum ovale an, der zwar zur normalen menschlichen Hautflora zählt, bei Wucherung jedoch auch schädlich werden kann.
Dieser Pilz ernährt sich von den Fetten im Talg und produziert bei ihrer Verdauung eine juckende Substanz. Das Aufkratzen der Hornschicht der Kopfhaut begünstigt die Ansiedlung von Bakterien und es kann zu Entzündungen kommen.
Übermäßige Schuppenbildung aufgrund fettiger Kopfhaut kann ohne Behandlung zu einer Verdickung der Hornschicht führen, die Haarwurzeln werden nicht mehr genügend durchblutet und die Haare werden dünn und brüchig bzw. fallen sogar aus.
Bekämpfung der Schuppen
Doch keine Panik beim Anblick einiger Schuppen! Leichte Schuppenbildung ist normal, denn im Sommer schwitzt die Kopfhaut und im Winter trocknet Heizungsluft sie aus. Das daraus resultierende kosmetische Problem lässt sich mit der richtigen Haarpflege gut kontrollieren.
Beim Kauf eines Anti-Schuppen-Shampoos sollte auf das Anwendungsgebiet geachtet werden: das ideale Shampoo für trockenes Haar enthält milde Substanzen wie Harnstoffprodukte oder rückfettende Pflegestoffe und ist alkaliseifenfrei.
Bei fettiger Kopfhaut muss der überschüssige Talg entfernt werden. Der Käufer sollte auf Antipilzwirkstoffe achten. Weiterhin haben sich Markenprodukte gegenüber den Billig-Shampoos bewährt. Allerdings hat jeder Hersteller eigene Formeln – was bei einem hilft, hat manchmal bei anderen keinen Effekt. Hier heisst es testen.
Grundsätzlich gilt: Schuppenshampoos nicht länger als 4 Wochen verwenden, da sonst der Effekt abnimmt und sogar ganz ausbleiben kann. Nach der Therapie milde Shampoos (z.B. mit natürlichen Wirkstoffen) benutzen und nicht zu viele Pflegeprodukte auf einmal verwenden (z.B. Shampoo, Spülung, Kur plus Gel). Es kann nämlich wieder zu einer Reizung der Kopfhaut kommen – mit den bekannten Folgen.
Die Haare nur kurz und nicht zu heiß fönen und möglichst viel Luft an die Kopfhaut lassen. Eine weiche Bürste regelmäßig und gleichmäßig angewendet löst den Talg von der Haut und verteilt ihn im Haar.
Bleibt die Schuppenbildung trotz dieser Tipps ein Problem und entstehen sogar rote, entzündete Stellen auf der Kopfhaut, sollten ein Arzt aufgesucht werden.
Manchmal ist an dieser Stelle eine professionell abgestimmte Therapie notwendig – teilweise sogar in Kombination mit einer Ernährungsberatung, denn bei Menschen mit der Disposition für Schuppenbildung wirkt sich der Genuss bestimmter Lebensmittel (allen voran Alkohol, Zucker und Weizenmehlprodukte) negativ auf die Kopfhautflora aus.
Manch einer sucht nach Hausmitteln gegen Schuppen, dafür gibt es hier ein interessantes Portal.
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