Parodontitis – der Feind im Mund

Von admin

Gesunde Zähne in Aktion

Jeder möchte gesunde Zähne. Dennoch wird eine Vielzahl von Zahnerkrankungen aus Angst vor dem Gang zum Zahnarzt nicht frühzeitig erkannt.
Darunter fällt auch die Paradontitis, von der auch noch zwei verschiedene Arten auftreten.

Wenn man diese besser kennt und damit schneller identifizieren kann, erspart sich im Idealfall die richtig schmerzenden Zahnarztsitzungen.

Schlimmer als Karies

Unübersehbare Zahnlücken, eitriges Zahnfleisch und faulig-süßer Mundgeruch – so etwas gibt es heute nicht mehr?
 Tatsächlich ist Parodontitis eine der häufigsten Zahnerkrankungen der Deutschen und ein größeres Problem als Karies.

Es gibt zwei Formen der Parodontitis: die apikale, d.h. von der Zahnwurzelspitze ausgehende, und die marginale, d.h. vom Zahnfleischrand ausgehende Parodontitis. Letztere ist auch als Zahnfleischschwund bekannt.

Die Wurzelentzündung

Fast jeder hatte schon eine akute Wurzelentzündung. Die Schmerzen und das lähmende Gefühl im Kiefer sind unvergesslich, und der Gedanke an eine Zange und viel Mut kommt einem auf einmal nicht mehr so abwegig vor.

Im Fall einer apikalen Parodontitis entzünden Bakterien meist über Karieslöcher den Wurzelkanal und gelangen so in die Wurzelspitze. Auch Zahnfleischtaschen, die sich durch Bakterienaktivität gebildet haben und im Zahnfleisch tief hinuntergehen, dienen als Einfallschneisen.
Bemerkt wird eine solche Wurzelentzündung durch den gefürchteten Klopfschmerz und einer Schwellung des Zahnfleisches im Bereich der Wurzel.
Chronische apikale Parodontitis bewirkt die Auflösung des Knochens um die Wurzelspitze.
Ein besonders unangenehmer Effekt einer starken Wurzelentzündung ist das Gefühl, der Zahn wäre verlängert. Tatsächlich drückt ihn das entzündliche Sekret ein wenig aus seinem Fach und er berührt seinen Antagonisten schmerzhaft. Längeres, kräftiges Aufeinanderbeißen der Zähne presst das Sekret in die umgebende Region und das Gefühl lässt für eine Weile nach.
Bleibt die Wurzelentzündung unbehandelt, kann sich im Kieferknochen ein Abszess bilden, der im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung zur Folge hat.

Die Therapie findet in Form einer Wurzelkanalbehandlung (mit eventuell später erfolgender Wurzelspitzenresektion zur Verhinderung eines erneuten Auftretens) oder sogar einer Zahnextraktion statt.

Der Zahnfleischschwund

Rotes, geschwollenes Zahnfleisch, das sich bereits schmerzhaft vom Zahnhals löst – eine Horrorvorstellung für jeden, der auf Zahngesundheit achtet.

Die marginale Parodontitis beginnt in der Regel mit einer Gingivitis, einer Zahnfleischentzündung, die sich durch gerötetes, geschwollenes und blutendes Zahnfleisch bemerkbar macht.
Diese wird ausgelöst durch mangelnde Zahnhygiene, die es übermäßig vielen Bakterien, sich am Zahnfleischsaum anzusiedeln. Diese Biofilm, die so genannte Plaque, verkalkt mit der Zeit zu Zahnstein und die Ausscheidungen der Bakterien sowie die Immunreaktion des Körpers greifen das Zahnfleisch immer stärker an. Eine Entzündung ist die Folge, die in Schüben auftritt und eine Rückbildung des Kieferknochens um den Zahn bewirkt, wenn sie über längere Zeit unbehandelt bleibt. Auf diese Weise lockert sich nicht nur der Zahn, bis es zum Verlust kommt, es entstehen auch Zahnfleischtaschen, die die Infektion unter Umständen bis zur Wurzelspitze weitertragen können.
Schmerzen treten bei marginaler Parodontitis erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

Die Therapie umfasst zum einen die Entfernung der harten und weichen Beläge und eine Aufklärung des Patienten bezüglich optimaler Zahnhygiene. Antibakterielle Spülungen und Medikamente helfen dann, das Keimwachstum unter Kontrolle zu bringen.
In einer anderen Sitzung geht es an die Entfernung der Beläge unterhalb des Zahnfleischrandes, also in den Zahnfleischtaschen. Möglicherweise unrettbare Zähne werden gezogen und große Knochentaschen mit Knochenersatz aufgefüllt.
Die Ursachen für marginale Parodontitis sind neben inadäquater Mundhygiene unter anderem das Rauchen, Diabetes mellitus, allgemeine Abwehrschwächen, Vitaminmangel und nicht zuletzt die genetische Neigung.

Wie so häufig in der Mundgesundheit gilt: vorbeugen ist besser als heilen. Das Benutzen einer Zahnbürste sowie eines Stücks Zahnseide bzw. einer Interdentalbürste sollte ebenso selbstverständlich sein wie der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt, der Plaque und Zahnstein entfernt.

Hinweis: Die hier aufgeführten Informationen dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung herangezogen werden; sie ersetzen nicht den Zahnarztbesuch.

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