So schützen Sie die Haut im Winter

Von medizini

Neben einladenden hat der Winter ganz sicher auch abschreckende Seiten. Nach dem entspannenden Spaziergang im Schnee und bei knackig-kalter Luft spannt die Haut und kann sogar jucken. Kälte und kalter Wind entziehen der Haut Feuchtigkeit und verlangsamen die Talgproduktion. Der ständige Wechsel mit trockener Heizungsluft verstärkt den Stress für die Haut nur noch.
Unsere Haut grenzt den Körper mit der Epidermis ab. Diese ist zwischen 0,03 und 0,05 mm dick, nur an Händen und Füßen können es mehrere Millimeter sein. Sie ist mit einem Hydrolipidfilm überzogen. Dieser ist Teil des so genannten Säureschutzmantels. Dahiner verbirgt sich eine bisher noch nicht ausreichend bewiesene Vermutung, dass die schwachsaure Epidermis mit der bakteriziden Wirkung von Schweiß und Talg in Zusammenhang steht. Der Winterstress lässt die Hautoberfläche dünner und den Säureschutzmantel durchlässiger werden. Die Haut wirkt blass und faltig und ist anfälliger gegenüber Bakterien. Menschen mit chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis merken, dass sich kaum neue Stelle bilden, da die Schweißproduktion im Vergleich zum Sommer stark eingeschränkt ist, aber bereits vorhandene Stellen heilen langsamer ab (besonders, wenn sie der kalten Luft ausgesetzt sind).

Wie immer ist es besser, vorzubeugen und langfristig zu schützen als Schadensbegrenzung zu betreiben. Zu Ersterem zählt das Einfetten der Haut. Das heißt, die Haut sollte mit wasserarmen und fetthaltigen Substanzen versorgt werden. Diese speichern Feuchtigkeit, etwas, das der Haut im Winter oft fehlt. Glycerin ist als Feuchtigkeitsspeicher allgegenwärtig. Der Fettsäureester, der in allen natürlichen Fetten und Ölen vorkommt und als Zwischenprodukt in verschiedenen Stoffwechselvorgängen eine zentrale Rolle spielt, ist in fast jedem Kosmetikprodukt zu finden. Auch Urea-Produkte (mit Harnstoffen) sind aufgrund ihrer hohen Wasserbindungsfähigkeit beliebte Zusatzstoffe. Mit Ceramiden angereicherte Cremes unterstützen die Lipidschicht der Haut besonders gut, weil sie selbst Bestandteil der Hornhaut, also der äußersten Epidermisschicht, sind. Panthenol erhöht die feuchtigkeitsbindenden Hauteigenschaften und somit die Hautelastizität. Natürliche Substanzen wie Jojobaöl, Sanddornöl, Sheabutter oder Aloe Vera besitzen weitere wichtige Pflegeeigenschaften.

Seife dagegen löst Fette, die aber für die Schutzfunktion der Haut wesentlich sind. Für Menschen mit empfindlicher oder trockener Haut werden oft „rückfettende“ Seifen angeboten. In diesen sind Fette gebunden, die aber eher mit dem Waschwasser weggespült werden, als sich der Haut anzuhaften. Rückfettende Pflegeprodukte sollten daher eher als Erfindung der Kosmetikindustrie betrachtet werden. Allerdings sind sie milder als andere Seifen, da die Waschkraft durch die Fette herabgesetzt ist.

Schließlich gilt noch: Sonnenschutz nicht vergessen. Auch die Wintersonne bestrahlt uns mit UVA und UVB. Das sogar noch mehr, wenn sie von Eis und Schnee reflektiert wird. Wichtig dabei: Sonnenschutz für den Winter muss wasserarm und fetthaltig sein!

Natürlich hängt die Gültigkeit und Wirksamkeit dieser Pflegetipps von der Haut des Einzelnen ab. Menschen mit von Natur aus sehr fettiger Haut werden im Winter sicher weniger Probleme haben als solche, die stets unter trockener Haut leiden. Ein Gespräch mit dem Hautarzt bringt in vielen Fällen wertvolle Hinweise. Wer schneller nach Tipps sucht, kann auch eine Frage in einem Hautforum wie das von Hautthemen.de stellen. Man bekommt zwar schnelle und manchmal wertvolle Tipps, sollte die Aussagen von anderen immer relativieren. Denn jeder Hauttyp ist unterschiedlich und somit kann man Erfahrungen mit Hausmitteln nicht immer auf andere Hauttypen übertragen. Im Zweifelsfall und bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch immer der Hausarzt oder der Dermatologe konsultiert werden.

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