Badminton – Im Winter hüpfend fit und gesund

Von medizini

Der Winter gilt bei vielen Freizeit- und Teilzeitsportlern als Ausruhphase. Gerade im Freien betriebene Sportarten und ihre familienfreundlichen Abwandlungen werden in dieser Zeit vernachlässigt. Ein paar hartgesottene Jogger und Walker kreuzen allerdings doch immer mal den Weg auf den Weihnachtsmarkt.

Spätestens zum Jahreswechsel drängt sich Sport als guter Vorsatz aber doch wieder ins schlechte Gewissen. Wer seinem Körper dann wirklich etwas Gutes tun, dabei aber nicht durch Matsch und Wind rennen möchte, informiert sich über Indoor-Sportarten. Für solche Leute eignen sich abwechslungsreiche Bewegungsspiele im Trockenen, z. B. Badminton.

Bereits vor 2000 Jahren schlug man in Indien mit Hühnerfedern versehene Holzbälle hin und her und auch bei den Inkas erfreuten sich gefiederte Bälle großer Beliebtheit. In Europa dauerte es dagegen bis in die Barockzeit, bis der Adel am englischen und französischen Hof das Federballspiel entdeckte und begeistert betrieb. Damals lautete das sportliche Ziel noch, sich den Ball so oft wie möglich ohne Bodenkontakt zuzuspielen. Diese robuste Variante von Badminton ist noch heute ein beliebter Strand- und Stadtparksport.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte man den Ehrgeiz, seinen Gegner auszuspielen und führte raffinierte Spieltechniken ein. Seitdem ist es das Ziel bei Badminton, en Ball so in die Spielhälfte des Gegners zu bringen, dass dieser ihn nicht den Regeln gemäß zurückschlagen kann. Dabei kann es sich um je einen Gegner, aber auch um zwei Spieler auf jeder Seite handeln (Doppel oder Mixed, wenn Mann und Frau zusammenspielen).

Trotz des recht kleinen Spielfelds ist Badminton eine sehr laufintensive und schnelle Ballsportart. Tatsächlich ist es, gemessen an der potenziellen Abschlaggeschwindigkeit, die schnellste: Aus dem Jahr 2009 stammt der aktuelle Weltrekord mit 421 km/h. Dies sind sowohl Voraussetzungen als auch Ergebnisse dieses Sports:

- gute Reflexe

- Schnelligkeit

- Kondition

- Konzentrationsfähigkeit

- taktisches Geschick

Der sehr leichte Schläger erlaubt minimale Änderungen in Haltung und Schlagrichtung, die nicht so leicht zu erkennen sind, daher kann Badminton sehr täuschungsreich gespielt werden. Dabei können sich harte Angriffsschläge, Finten und gefühlvolle Netzheber ständig abwechseln. Eigentlich fasst es Martin Knud im Yonex-Badminton-Jahrbuch von 1986 am besten zusammen:

„Ein Badmintonspieler sollte verfügen über die Ausdauer eines Marathonläufers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Sprungkraft eines Hochspringers, die Armkraft eines Speerwerfers, die Schlagstärke eines Schmiedes, die Gewandtheit einer Artistin, die Reaktionsfähigkeit eines Fechters, die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers, die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters, die psychische Härte eines Arktisforschers, die Nervenstärke eines Sprengmeisters, die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren, die Besessenheit eines Bergsteigers sowie über die Intuition und Phantasie eines Künstlers. Weil diese Eigenschaften so selten in einer Person versammelt sind, gibt es so wenig gute Badmintonspieler.“

Eine solche Meisterschaft ist für Spieler, die in der Winterpause an ihrer Fitness arbeiten möchten, eher unwahrscheinlich. Dennoch sind für eine spannende Partie einige Techniken unverzichtbar. Die grundlegendste ist der Griff. Anfänger halten den Schläger häufig so steif wie in einem Schraubstock, dieser Fehler wird auch Bratpfannengriff genannt. Außer beim Töten ist dieser Griff jedoch nicht effizient. Die Schlagfläche sollte man sich als Verlängerung der offenen Handfläche vorstellen; um diese Handhaltung zu realisieren, legt man die Hand auf die Bespannung und zieht sie ohne Winkeländerung zum Griff und umschließt ihn am untersten Ende. Zeigefinger und Daumen bilden ein V und darin liegt die schmale Seite des Schlägers.

Dies sind die üblichsten Schlagarten:

- Stechen – Den Ball äußerst knapp am Netz ruckartig zum Trudeln bringen, dadurch wird er für den Gegner schlechter einschätzbar

- Töten – Peitschenartige Schlagbewegung steil nach unten (am Netz)

- Heben – Ebenfalls am Netz; Ball leicht anheben, kaum Kraft verwenden, damit er nicht trudelt, und ganz knapp über die Netzkante bringen

Spieler, die gern angreifen, können mit einem kopflastigen Schläger dem Ball mehr Wucht verleihen; wer dagegen auf Reaktionsschnelligkeit und Taktik setzt, spielt mit einem ausgeglichenen Schläger besser. Je härter der Rahmen, desto präziser das Spiel. Dies erfordert allerdings eine ausgefeilte Schlagtechnik, da die sonst entstehenden Vibrationen einen Tennisarm verursachen können.

Und wie immer beim Sport gilt: vorher aufwärmen! Ein paar Runden um die Halle und ein wenig Stretching, das reicht schon… danach kann das winterliche Gehüpfe beginnen.

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